MIT DEM FAHRRAD DURCH NEUSEELAND

 

Mount Cook: Mein größter Wunsch war es den Aoraki (Wolkenbrecher), so nennen die Ureinwohner den Berg, zu erklimmen. Den „Übungsberg“ von Sir E. Hillary ersteigen in guten Jahren max. 50 Bergsteiger. Die komplette Bergausrüstung hatten wir von Deutschland mitgebracht und alle Sachen, nebst Campingausrüstung, auf unseren Fahrrädern verstaut. Die Eispickel befestigten wir mit Klebeband an der Querstange. Mit diesem Gepäck ging es über die gesamte Südinsel. Kurz vor Mt. Cook Village hatte uns ein Bergsteiger mit dem Bus überholt. Wir waren ihm vor allem wegen unserer Beladung und den Berghelmen aufgefallen (Helmpflicht für Radler). Es stellte sich heraus, dass er das gleiche Ziel wie ich hatte und schon zweimal am Gipfel war. Seine Frau sollte in ca. zwei Wochen entbinden. Bis dahin war ja noch ein Stückchen Zeit für eine Bergbesteigung. Wir waren uns sofort sympathisch und eine gemeinsame Tour war beschlossen. Am 25.03.00 saßen wir auf dem Eisschwert des Mont Cook. (Reiko)

 

 

Reiko am Eisschwert des

Mount Cook

 

Freche Bergpapageien: Da wir oft mehrtägige Wanderungen unternahmen, mussten wir unsere Fahrräder ab und an im Wald verstecken und gut tarnen. Auf einer Tour am Mt. Aspiring machten wir Bekanntschaft mit den frechen Bergpapageien (Keas). Sie waren so dreist, dass sie sich sogar auf unsere Rucksäcke setzten, während wir Rast machten. Kaum hatten wir ihnen den Rücken zugewandt, war unsere Kameratasche in ihrem Besitz. Rucki zucki waren Stücke herausgehackt...

Später trafen wir einen Wanderer, dem die Keas den Fahrradsattel abgefressen hatten. Er musste sein Fahrrad heim schieben... Wir glaubten nicht daran, dass unsere Räder verschont bleiben würden. Drei Tage Ungewissheit quälten uns: Müssen wir wohl die 40 km bis zum nächsten Ort ohne Sattel zurücklegen? ...

 

 Anja mit Drahtesel im

       Schafenland 

 

Mächtig Gewaltig: Anja hatte Geburtstag und der Tag drohte buchstäblich ins Wasser zu fallen. Es regnete in Strömen... Als Kompott zu unserem Reisgericht mit Ölsardinen sollte noch eine üppige Nachspeise folgen, mit der keiner gerechnet hätte. Beim Töpfe aufwaschen, leuchtete ich mit der Stirnlampe ins Wasser...Der ganze Fluss wimmelte von Aalen... Zuerst sahen sie wie Wasserschlangen aus... Ich nahm meine Stirnlampe in die Hand und bewegte sie hin und her. Das Licht reflektierte auf der Klinge meines Taschenmessers... Wir konnten einen Aal an Land ziehen... allein mit Taschenmesser und Knüppel. Er landete im Kochtopf und war so kräftig, dass er eine ganze Stunde zum kochen brauchte, ehe er gar wurde. Für Anja war es ein gelungenes Geburtstagsgeschenk aus der Natur.

 

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